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Ein gut lesbares und interessantes wirtschafts- und kulturhistorisches Buch
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Trotz der größten Krise auf den Finanzmärkten seit über 80 Jahren bleibt er verhalten optimistisch, der Autor dieses schwergewichtigen Buches und Professor für Wirtschafts- und Finanzgeschichte an der Harvard University, Niall Ferguson. Und sein Wort zählt, nicht nur in der angelsächsischen Welt, wo er als einer der besten Historiker gilt.
In seinem letzten, in den USA schon 2008, als die Krise schon auf ihren Höhepunkt zusteuerte, veröffentlichten Hauptwerk, zeichnet Niall Ferguson die Geschichte und die Kulturgeschichte des Geldes nach. Quer durch die vielen Jahrhunderte, die er beschreibt, vollziehen die unterschiedliche Finanzmärkte eine stetigen und auch nachvollziehbaren Wechsel von Aufschwung und Krise. Über eine langen Entwicklungszeitraum wird Geld zu der eigentlichen Triebfeder der Geschichte, zur Währung der Geschichte", wie das Buch im Untertitel heißt. Immer schon waren politische Entscheidungen und Entwicklungen finanziell motiviert, alle andere angegebenen Gründe sind ideologischer Natur. Das Hauptmovens der Geschichte sind finanzielle Interessen von einzelnen Menschen, Kasten , Gruppen, Konzernen und in deren Folge dann auch von Staaten.
Das wird, so Ferguson unaufgeregt, auch immer so bleiben. Das Wesen des Geldes trachtet nach Vermehrung und es ist ein immanenter Teil dieses Wesen, dass das Geld bei den Menschen Habgier und unter den Menschengruppen Kriege hervorruft. Auch das wird so bleiben, sofern es nicht durch andere Kulturleistungen in zivilisierte Bahnen gelenkt werden kann.
Auf der anderen Seite, und das hebt Ferguson besonders hervor, hat das Geld den Menschen Wohlstand und Reichtum gebracht und die Entwicklung einer menschlichen Gesellschaft erst ermöglicht. Anhand von vielen Beispielen, die er in einem langen historischen Überblick darlegt erklärt er die inneren Mechanismen des Geldwesens. Sie ermutigen ihn zum Ausdruck der Hoffnung, dass sich die gegenwärtige prekäre Lage wieder stabilisieren wird, wohl bis zur nächsten Krise.
Ein gut lesbares und interessantes wirtschafts- und kulturhistorisches Buch, das einen die gegenwärtige Weltwirtschaftssituation besser verstehen lässt.
Eine Rezension von Penkstanzick "Winfried Stanzick" > Ober-Ramstadt
vom 25. August 2009 |